Neohumanismus ist eine pragmatische philosophische Leitlinie für ein ausbeutungsfreies, ausgeglichenes Zusammenleben aller Lebewesen und für eine tiefgreifende gesellschaftliche Erneuerung. Die psychologische Grundlage dafür ist die Erkenntnis, dass alle Lebewesen vom selben kosmischen Ursprung abstammen. Dies ist mehr als eine gute Idee, es ist ein erfahr- und erlernbares Lebensgefühl.
Menschen sind emotionale Wesen und werden wesentlich von ihren inneren Antrieben (Sentimenten) gesteuert. Von mächtigen Interessengruppen werden Sentimente propagandistisch angestachelt, um die öffentliche Meinung gezielt zu manipulieren. Dies ist der Hauptgrund für Spaltung, Ausbeutung und Konflikte überall auf der Welt.
Das wichtigste Mittel gegen sentimentgesteuertes Denken und Handeln ist die kategorische Kultivierung von Rationalität ("rationalistische Mentalität"), die sich aus Recherche, (Fort-) Bildung und Unterscheidungsfähigkeit speist . Das übergeordnete Kriterium bei schwierigen Entscheidungen ist die Gewissensfrage: "Dient eine Maßnahme dem Allgemeinwohl oder nicht?"
Die Akteure auf der öffentlichen Bühne und ihre wirklichen Intentionen sind oft schwer zu durchschauen. Viele Massenmedien sind der herrschenden Schicht verpflichtet und nicht der Wahrheit bzw. dem Primat des Allgemeinwohls. Alternative Medien müssen für Aufklärung genutzt werden.
Spiritualität, sofern sie die Augen nicht vor sozialen Belangen verschließt, birgt großes Potential für Erneuerung. Spiritualität ist eine Kraft, die nicht nur dem persönlichen Leben essentielle Impulse geben, sondern als gemeinsame Praxis auch eine enorme Außenwirkung entfalten kann.